Worum es geht
Ob ich das Handy weglege, entscheide ich alle paar Minuten neu. Die Fokus-Einstellung im Betriebssystem hilft dagegen wenig: Sie sitzt im selben Gerät, das ich gerade nicht benutzen will, und ist mit zwei Wischbewegungen wieder aus. Und ein Schalter, der mir in der Hand liegt, ist schnell wieder umgelegt.
focusbrick verlegt den Schalter auf den Schreibtisch. In einem 3D-gedruckten Gehäuse steckt ein NFC-Aufkleber; ihn anzutippen startet den Fokus, noch einmal antippen beendet ihn. Die App muss dafür nicht geöffnet sein. Solange der Fokus läuft, schiebt sich eine Sperrmeldung nach vorn, sobald eine der ausgewählten Anwendungen geöffnet wird. Welche das sind, steht in Profilen: für die Arbeit ein anderes als für den Feierabend. Dazu eine Statistik der Nutzung mit Tages- und Wochenziel.
Das eigentliche Bauteil ist kein Code. Das Gehäuse ist ein parametrisches Modell zum Selbstdrucken, und der Aufkleber wird durch zwei bis drei Millimeter Kunststoff hindurch gelesen. Dass ich aufstehen und den Baustein anfassen muss, ist Absicht, und die App bietet auch sonst keine Abkürzung. Ins Netz geht sie nur, um nach einer neuen Version zu fragen. Sie hält keine Daten außerhalb des Geräts und wehrt sich nicht dagegen, deinstalliert zu werden.





